Und wie nutzen Sie das Web 2.0?

MesseIn unserem letzten Beitrag vom 19. März haben wir über die Unternehmerinnen-Messe im Rathaus Schöneberg berichtet. Die Messe wurde organisiert von der Initiative Unternehmerinnen-Netzwerk Tempelhof-Schöneberg.

Während der Messe konnten die Besucher an verschiedenen Workshops und Vorträgen teilnehmen.

Ilona Orthwein war eine der Unternehmerinnen, die einen Vortrag hielt. Ihr Thema lautete „Frauen und das Web 2.0“. Ilona Orthwein gründete 2003 die Orthwein Unternehmens- und Organisationsberatung, die schwerpunktmäßig kleine und mittlere Unternehmen in Sachen Unternehmensfinanzierung, Marketing und Organisationsentwicklung beraten. Seit 2005 leitet sie die Internetplattform Unternehmerinnen.org, die Unternehmerinnen die Möglichkeit zum Publizieren, Vernetzen und sich untereinander austauschen bietet. In ihrem Vortrag klärte Ilona Orthwein das Publikum über die Chancen und Risiken des Internets als Kommunikationsmittel auf.

71% der Frauen nutzen das Internet. Und dies hauptsächlich um zu konsumieren beim Online-Shoppen oder in Kontakt mit anderen Leuten innerhalb ihrer Online Community zu treten. Dabei sind wir heutzutage im sogenannten Web 2.0 angelangt, in dem wir nicht mehr ausschließlich konsumieren, was uns der Bildschirm anzeigt. Web 2.0 bedeutet, dass wir auf die erhaltenen Informationen reagieren oder auch selbst Inhalte kreieren. Den Anfang machten die Foren, bei denen die Leser aktiv zum Kommentieren der Beiträge aufgefordert werden.

Dennoch ist nicht jeder Internetnutzer gewillt aktiv am Web 2.0-Geschehen teilzunehmen. Dabei bietet es berufliche und private Vorteile in den Dialog zu treten. Um die beruflichen Chancen zu verbessern ist das Internet eine günstige Variante und auch ein wichtiger und vielgenutzter Kanal. Zum Beispiel bieten die Netzwerk-Plattformen Xing und LinkedIn ihren Mitgliedern die Möglichkeit, um sich national und international zu vernetzen und Eigenwerbung zu betreiben. Aber auch auf der gesellschaftlichen Ebene ist ein aktives Wirken im Web 2.0 möglich. In vielen Diskussionsforen finden die Internetnutzer Gehör zu politischen oder fachlichen Themen und werden eingeladen, ihre Meinung zu äußern. Kreative Menschen, denen das nötige Kleingeld zur Umsetzung ihrer Ideen fehlt, können durch Crowdfunding im Internet finanzielle Unterstützung von anderen Internetnutzern erhalten. Wem ein vorgestelltes Projekt gefällt, der spendet einen beliebigen Betrag. Mehr Informationen zum Thema Crowdfunding finden Sie auf.

Trotz der vielen Chancen, die das Web 2.0 bietet, sollten sich die Internetnutzer auch über die Risiken bewusst sein. Jeder, der das Web 2.0 betritt hinterlässt Spuren. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit dem Medium Internet ist daher ratsam. Ilona Orthwein empfiehlt vor dem veröffentlichen von Daten im Internet sich selbst die Frage zu stellen: „Wem gebe ich was preis? Was Sie nicht über sich selbst im Radio hören oder an der nächsten Litfaßsäule lesen möchten, das sollten Sie auch nicht im Internet veröffentlichen.“ Ein guter Tipp, denn was einmal im World Wide Web gelandet ist, ist im Nachhinein mühselig zu entfernen. Das gilt natürlich auch für das Veröffentlichen von Daten Dritter, zum Beispiel bei dem Posten von privaten Fotos, auf denen andere Personen zu sehen sind. Das Einverständnis sollte sich in jedem Fall eingeholt werden. Des Weiteren empfiehlt Ilona Orthwein mit sensiblen Daten, wie etwa Kontodaten, besonders vorsichtig umzugehen. Online Banking sollte nur vom heimischen Rechner mit entsprechender Sicherheitssoftware ausgeführt und nicht unterwegs vom Smartphone aus getätigt werden. Auch sollten Sie sich ab und zu selbst googeln. Das bedeutet, dass Sie Ihren eigenen Namen bei Google oder einer anderen Suchmaschine eintippen. So finden Sie heraus, welche Ihrer Daten öffentlich sichtbar sind. Und wenn nun Daten von Ihnen im Internet zu finden sind, die nicht für jedermann zugänglich sein sollten? Dann können Sie sich an Firmen wenden, die sich auf das Löschen derlei Daten spezialisiert haben. Denn heutzutage ist es auch bei Bewerbungen üblich, dass die Arbeitgeber die Bewerber im Internet suchen. Seien Sie sich bewusst über die Daten, die über Sie im Internet zu finden sind.