Sicherheit am Arbeitsplatz – Europa forscht

sicherheitAm 28. April ist Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Wie setzen Sie sich mit diesem Thema auseinander?

In ganz Europa gibt es viele Kampagnen und Projekte mit diesem Schwerpunkt. Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) hat Ende März ihren neuesten Bericht zum Thema Forschung auf dem Gebiet der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz veröffentlicht. Die wichtigsten Forschungsergebnisse und eine kurze Darstellung der Arbeit der EU-OSHA haben wir für Sie zusammengestellt.

Die Arbeit der EU-OSHA

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz wurde 1994 von der Europäischen Union gegründet und hat ihren Sitz in Bilbao in Spanien. Sie setzt sich für sichere und gesündere Arbeitsplätze in Europa ein. Durch Kampagnen und Projekten macht sie auf das Thema Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz aufmerksam und fördert die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Risikopräventionskultur in Europa. Dies erreicht sie unter anderem durch das Untersuchen, das Entwickeln und das unparteiische und verlässliche Verbreiten von Informationen über Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Die EU-OSHA bringt in jedem der 28 EU-Mitgliedsstaaten verschiedene Interessengruppen zusammen, wie etwa die Vertreter der Europäischen Kommission und der Regierungen der Mitgliedstaaten oder auch Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen.

Der Kontext des aktuellen Forschungsberichts

Die Forschung auf dem Gebiet Sicherheit und Gesundheitsschutz fand im Kontext der Strategie Europa 2020 und des Programms Horizont 2020 statt. Europa 2020 ist eine Wachstumsstrategie der Europäischen Union. Sie wurde auf zehn Jahre angelegt und strebt ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum in Europa an. Die fünf Kernziele der EU für das Jahr 2020 lauten:

1. Beschäftigung: 75% aller 20 bis 64-Jährigen sollen in Arbeit stehen.

2. Forschung und Entwicklung: 3% des Bruttoinlandprodukts der Europäischen Union soll in die Forschung und Entwicklung fließen.

3. Klimawandel und nachhaltige Energiewirtschaft: Verringerung der Treibhausgasemissionen um 20% gegenüber 1990, Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 20% und Steigerung der Energieeffizienz um 20%.

4. Bildung: Quote der vorzeitigen Schulabgänger <10% und mindestens 40% der 30- bis 34-Jährigen mit einer abgeschlossenen Hochschulbildung.

5. Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung: Zahl der betroffenen oder bedrohten Menschen soll um mindestens 20 Millionen sinken.

Horizont 2020 ist ein Förderprogramm der europäischen Union für Forschung und Innovation. Das Ziel ist es, Europaweit eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen. Gleichzeitig soll zu einer nachhaltigen Entwicklung beigetragen werden. Mehr Informationen finden Sie unter http://www.horizont2020.de/index.htm.

Die Forschungsergebnisse

Die EU-OSHA hat nun Prioritäten für die weitere Forschungsarbeit auf dem Gebiet Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ermittelt. Mit deren Hilfe kann die Forschungsarbeit in Zukunft besser koordiniert werden und Ressourcentechnisch besser verteilt werden. Dies ist notwendig für die erfolgreiche und praktische Umsetzung der Arbeitsplatzlösungen, die sich auf die Sicherheit und Gesundheit von Arbeitnehmern auswirken. Des Weiteren trägt dies zum Erreichen der Ziele der Strategie Europa 2020 bei.

Die Prioritäten gehören zu den folgenden vier Kernbereichen:

1. Demografischer Wandel

Die Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitsorganisation muss der Veränderung in der Zusammensetzung der Erwerbsbevölkerung gerecht werden. Zu diesen Veränderungen gehören die zunehmend alternde Bevölkerung in Europa, die steigende Beschäftigungsquote von Frauen und die größere Vielfalt in der Erwerbsbevölkerung durch Migration.

2. Globalisierung und Arbeitswelt im Wandel

Die Arbeitswelt hat sich verändert: Vom verarbeitenden Gewerbe hin zu mehr Tätigkeiten im Dienstleistungssektor; von veränderten Arbeitsintensitäten bis zu neuen Arbeitsmustern und Arbeitszeitmodellen; von der Verbreitung von Kommunikations- und Informationstechnologien bis zu der Organisationsumstrukturierung. Alle diese Veränderungen können psychosoziale Risiken für die Arbeitnehmer darstellen. An dieser Stelle ist mehr Forschung zum besseren Verständnis von Nöten, um bessere Präventionsstrategien entwickeln zu können.

3. Sichere neue Technologien

Europa strebt eine umweltfreundliche und nachhaltige Wirtschaft an. Abfallmanagement, erneuerbare Energien und Recycling sind noch recht junge Industrien, die sich in der Wachstumsphase befinden. Die Forschung legt daher in Zukunft ihren Fokus auf dieses Gebiet.

4. Neue & zunehmende arbeitsbedingte Exposition gegenüber chemischen & biologischen Agenzien

Die Zahl der Todesfälle infolge von Berufskrankheiten nimmt zu. Die Arbeitnehmer sind besonders biologischen und chemischen Agenzien, Umwelthormonen und Gefahrstoffen ausgesetzt. Eine sichere Verwendung von chemischen und biologischen Agenzien muss gewährleistet werden.

Auf der Homepage der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz finden Sie mehr zum Thema und weiterführende Links zum vollständigen Bericht „Priorities for occupational safety and health research in Europe: 2013-2020“ (bzw. die Zusammenfassung) als PDF-Format in englischer Sprache: https://osha.europa.eu/de/press/press-releases/identification-of-occupational-safety-and-health-research-priorities-will-help-europe-reach-its-2020-goals

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